Golfplatz-Bienen - Golfanlage Römerhof

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Golfplatz-Bienen

GOLFPLATZ
Juni 2021 - Sommersonnenwende  hier >
Juni 2021 - Verzögerte Hochsaison   hier >
20. Mai - Bemerkungen zum Weltbienentag  hier >
Mai 2021 - Schwarmzeit  hier >
Sommersonnenwende


Sommersonnenwende – Anfang vom Ende der Bienensaison

Wenn wir Menschen in die Sommerferien starten, gehen die Bienen in den Endspurt des „Bienenjahres“. Das neue Bienenjahr fängt nämlich im August an. Das gilt für die „Wirtschaftsvölker“, das sind die Völker, die dem Imker Honig bringen. Die im Laufe der Saison neu gebildeten Völker bezeichnet man als Jungvölker. Diese sind zahlenmäßig schwächer und werden noch bis zum Herbst erstarken, damit sie den Winter überstehen können. Im Folgejahr bezeichnet man auch sie dann als Wirtschaftsvölker.

Die Bienen bereiten sich also mitten im Sommer auf ihre Überwinterungsfähigkeit vor, denn der Winter ist beim frei in der Natur lebenden Bienenvolk die große Klippe. Die natürlichen Wohnungen der wildlebenden Honigbiene sind Baumhöhlen. Darin sind sie den Unbilden der kalten Jahreszeiten, besonders dem fehlenden Nahrungsangebot (nichts blüht) und der Witterung ausgesetzt. Sich darauf vorzubereiten, ist ihr genetisches Programm. Wildlebende Honigbienen gibt es in unseren Breiten aber kaum noch, doch dazu mehr in einem der folgenden Bienenberichte. Sie sammeln also nochmal eifrig alles, was sie im Sommer, bei sogenannter „Waldtracht“ bis in den Frühherbst hinein, finden können, um es als Winterfutter einzulagern. Das bringt dem Imker den Sommerhonig, später evtl. auch den Waldhonig.

Das Volk selber nimmt ab Juli an Zahl der Individuen langsam ab und hat Ende Oktober, ausgehend von 35 bis 50.000 um die Sommersonnenwende, die Überwinterungsstärke von mindestens 5.000, aber auch bis 15.000 Bienen erreicht. Das heißt, es sterben viele der Bienen langsam „weg“. Die Lebensdauer einer Biene im Frühjahr und Sommer schwankt je nach Beanspruchung, im engeren Sinne Arbeitsbelastung durch Hausputz, Brutpflege und Sammeln, zwischen 2 und maximal 6 Wochen. Das gilt für die Arbeiterinnen.

Die Königin lebt länger, und es gibt Berichte von bis zu 5 Jahren Lebensdauer. Durchschnittlich aber wird die Königin 2 bis 3 Jahre alt. Am Ende entscheidet das Volk über die Lebensdauer seiner Königin, da ja sein Überleben von der Eier-Legeleistung der Königin abhängt. Sollte die Gemeinschaft der Bienen, man spricht auch vom „Bien“, befürchten, das der Bestand durch zu wenige Nachkommen gefährdet ist, schafft man sich aus den jüngsten Eiern eine neue Königin, die auch Nachschaffungsköniginnen heißen. Diese kann dann, frisch befruchtet, mehr Eier legen als ihre Mutter und so dem Volk Überlebensgarantie geben. Die alte Königin wird nach und nach nicht mehr versorgt und stirbt.

Und was ist mit den Männern, den Drohnen? Das Bienenvolk ist ja von Frauen dominiert. Die Königin ist eine befruchtete Frau und die vielen Arbeiterinnen sind auch Frauen, aber unbefruchtete. Die Männer, die im Gegensatz zu den Frauen nur nach Hunderten zählen, führen ein Leben als Pascha, werden aber nur während der Zeit von April bis September gebraucht und danach fortgeschickt. Ganz selten überwintert ein Mann. Sein einziger Daseinszweck ist die Befruchtung einer Jungkönigin.

Leider wird der Liebesakt mit dem Tode „bestraft“. Denn sobald der Drohn im Flug zum Zuge gekommen ist, fällt er tot von der Königin. Aber bis dahin führt er ein Vagabundenleben im Luxus, wird gepampert und gefüttert und schaut auch schon mal in andere Völker. Er fliegt immer wieder zur Mittagszeit aus, dem bevorzugten Zeitpunkt der Prinzessinnen für den Hochzeitsflug; und schön warm muss es für „Madame“ auch sein.  Er sucht nach einer Partnerin, um sein Erbgut weiterzugeben. Wenn er erfolglos war, kehrt er wieder heim, um sich von seinen Schwestern nach dem anstrengenden Umherschweifen, durchaus mal 20 Flugkilometer, füttern zu lassen. Bei der nächsten Gelegenheit geht die Suche weiter. Ob er auch suchen würde, wenn er über sein Ende informiert wäre?

Dr. Peter Heuschen
Bienensachverständiger beim Imkerverband Rheinland
Mitglied des Vorstandes des GC Römerhof

Verzögerte Hochsaison

JUNI – Normalerweise Hochsaison bei den Bienen

In anderen Jahren wurde im Mai schon der erste Frühjahrshonig geschleudert und zur Sommersonnenwende der zweite. Dann kam Ende Juli noch der Sommerhonig.

2021 ist vieles anders. Die typischen Nektarquellen der Bienen, die sog. Massentrachten, sind in diesem Jahr verregnet, bzw. war es so kalt, dass die Bienen nicht fliegen konnten. Zu diesen ersten Massentrachten gehört auch der Raps. Wir konnten beim Besuch des Römerhofs sehen, dass die Rapsblüte dem schlechten oder kalten Wetter zum Opfer fiel. Entsprechend wenig Vorräte, denn nichts andres ist der Honig für die Bienen, konnten die fleißigen Tiere eintragen. Und wenn dann doch mal was zu holen war, mussten die Bienen die Vorräte schon angreifen, um genügend Energie zum Warmhalten ihrer Brut zur Verfügung zu haben. Immerhin beträgt im Inneren des Stockes die Bruttemperatur 35 Grad Celsius.
 
Das Jahr 2021 wird daher bis zum Sommeranfang einen unterdurchschnittlichen Ertrag an Frühjahrshonig bringen. Der Imker hofft dann auf die Sommertracht und tröstet sich mit der alten Imkerweisheit, dass ein verregnetes Frühjahr eine gute Sommertracht verspricht. Wir werden sehen, ob das stimmt.

Den Bienenvölkern auf dem Römerhof geht es gut. Sie haben sich dem Wetter zum Trotz zahlenmäßig stark entwickelt, sodass man tatsächlich auf eine gute Sommertracht hoffen darf. Aber auch hier verlangte natürlich die Brutentwicklung eine entsprechende Heizenergie, was den Honigertrag reduziert. Aber der Honigertrag ist nur für den Erwerbsimker am Ende bedeutend. Der Freizeitimker, dazu gehören nicht weniger als 99 Prozent der deutschen Imker, ist in der Regel nicht auf den Honigverkauf angewiesen und erfreut sich neben dem Honig an der naturnahen Hege und Pflege eines wilden Haustieres.

Aber etwas Honig ist doch in allen Römerhof-Völkern eingetragen worden und einem Volk konnte sogar ein zweiter Honigraum aufgesetzt werden. Das gibt Anlass zur Erklärung des Aufbaus eines Bienenstocks, in seiner modernen Form auch als „Magazin“ bezeichnet. Der Imker verwendet häufig den Begriff „Beute“:

Man erkennt, dass die Bienenwohnung aus mehreren Etagen, auch Zargen oder Räume genannt, besteht. Die Zargen werden auf einen Boden, welcher das Flugloch enthält, aufgesetzt. Die untere Etage/n beherbergt den Brutraum, wo die Bienen ihre Kinderstube haben. Dort legt die Königin ihre Eier in die sechseckigen Zellen der Waben, die in beweglichen Holzrähmchen errichtet werden. Das können im Juni bis zu 2.000 täglich sein, was zu Volksstärken von bis zu 50.000 Bienen führen kann, durchschnittlich ca. 35.000 aber selten übersteigt. Daraus schlüpfen die Jungbienen. Die Brut muss ernährt werden, wozu Nektar und Pollen eingetragen und gelagert wird. Während der Pollen nahe am Brutnest gelagert wird, befindet sich das wichtigste Nektarlager immer oben, sodass die oberen Etage/n, ebenfalls in Rähmchen mit Waben, den Honig enthalten, den die Bienen durch oftmalige Bearbeitung des Nektars erzeugen. Die Königin wird vom Imker aus dem Honiglager ferngehalten, damit der Honig später nicht durch Brut oder Brutreste „verunreinigt“ wird. Nur aus diesen brutfreien Lager-Etagen wird nachher der Honig gewonnen. Auf die oberste Etage kommt schließlich ein Holzdeckel und darauf zum Wetterschutz ein Deckel aus Zinkblech. Damit der nicht vom Sturm weggeweht werden kann, wird er mit einem Stein beschwert.

Warten wir mal ab, was das Bienenjahr uns noch bringt.

Dr. Peter Heuschen
Bienensachverständiger beim Imkerverband Rheinland
Mitglied des Vorstandes des GC Römerhof
Weltbienentag
Bemerkungen zum Weltbienentag am 20. Mai 2021

Bei der aktuellen Corona-Diskussion mit ihren unterschiedlichen und widerstreitenden Expertenmeinungen erleben wir jetzt hautnah ein Dilemma, welches besonders die biologischen Wissenschaften betrifft: Es gibt (noch) nicht genug reproduzier- und vergleichbare Daten, die es erlauben, verlässliche Aussagen zu treffen und gesicherte Empfehlungen auszusprechen.

Viel länger erleben wir dieses Dilemma schon bei der Diskussion um das sog. „Insekten- oder Bienensterben“. Wie bei den Querdenkern gibt es bei den selbsternannten Bienenrettern auch unqualifizierte, z. T. gar esoterische Meinungen von Protagonisten, deren Argumentation jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt. Kurioserweise finden sie aber in den Medien oft ein Echo, und viele Irrtümer werden durch häufige Wiederholung „Wahrheit“. In der Naturwissenschaft muss man wissen und nicht glauben oder meinen.
 
2017 wurde ein Artikel, der auf Daten aus Deutschland, genauer aus der Region Krefeld, beruht in der in der wissenschaftlichen Online-Plattform PLOS veröffentlicht. Dort wurde durch Untersuchungen mit sog. Malaise-Fallen festgestellt, dass in unseren Breiten in den letzten 27 Jahren 76 Prozent der „Insekten-Biomasse“ verschwunden sind. Dies ist durch die Studien gesichert und übersteigt weltweite Schätzungen von 56 Prozent.

Leider ist die Suche nach den Ursachen sehr viel komplexer und bisher offenbar weitgehend unklar. Die üblichen Verdächtigen wie Klimawandel und Veränderung der Landschaft scheinen weniger bedeutend zu sein als angenommen. Die verbliebenen diskutierten Ursachen sind vielfältig und Bestandteil oft hitziger Diskussionen. Industriell intensivierte Landwirtschaft mit Verlust der Feldraine, Monokulturen, der Einsatz von bestimmten Pflanzenschutz- und Ernteschutzmitteln und der damit einhergehende Verlust an Futterpflanzen und Rückzugsarealen für Insekten haben hierzu zweifellos beigetragen.

Wenn man den og. Artikel liest, denkt man an den Spruch: Nichts Genaues weiß man nicht. Das liegt daran, dass so viele Kaskaden ineinander greifen, dass es keine einfache Antwort gibt, die den Rückgang der Insekten erklärt. Deshalb sollte man Berichten in Medien, die häufig von Interessengruppen beeinflusst werden, mit einer gesunden Skepsis begegnen, wenn behauptet wird, zu wissen, dass dieser oder jener Mechanismus „schuld“ ist. Die vielfach verwirrende Berichterstattung führt häufig leider dazu, dass ein allgemein vorhandenes Wissen und Verständnis über die diversen Ansprüche der Bienen, die oft beispielhaft für alle Insekten stehen, fehlt. Vielfach ist sogar nicht bekannt, dass es einen Unterschied zwischen dem Nutztier Honigbiene  und den  Wildbienen gibt.

Um es klar zu sagen: Die Honigbiene ist nicht bedroht, es geht ihr sogar verhältnismäßig gut, denn sie wird durch den Imker versorgt und betreut. Hierzulande gibt es grob 1 Million Bienenvölker, die von 100.00 Imkern gepflegt werden; Tendenz steigend. Die Wildbienen, mit ihren allein in Deutschland 550 Arten, haben es da schon schwerer. Sie sind meistens solitär lebend und auch in ihrer Existenz auf ein bestimmtes Blütenangebot angewiesen.
 
So führt der Verlust an pflanzlicher Diversität durch Monokulturen und andere vorstehende Gründe tatsächlich zu einer Bedrohung vieler Arten. Die verschiedenen Lebensformen der in Deutschland lebenden Wildbienenarten und deren sehr spezielle Ansprüche an Futter und Habitat brauchen also tatsächlich unsere Unterstützung. Die ökologische Rolle und Funktion von privaten Gärten nimmt dabei eine zunehmend wichtige Sonderstellung ein. In einem privaten Garten können nämlich ökologische Defizite zumindest ansatzweise zum Wohle der Wildbienen ausgeglichen werden.

Mit gärtnerischem Geschick und Verständnis lassen sich Habitate für Insekten und vor allem Wildbienen etablieren. Es ist schön zu beobachten, welch leidenschaftliche Begeisterung das Thema der wildbienengerechten Gärten mit sich bringt. Dabei sollte auf das richtige Saatgut oder Pflanzenmaterial für einen wildbienenfreundlichen Garten geachtet werden. Neben der Nektar- und Pollenversorgung ist aber gerade auch die Etablierung von Überwinterungsarealen überlebenswichtig für die bedrohten Arten. Anleitungen dazu gibt es zuhauf.
 
Sehr empfehlenswert sind die Anregungen die der Youtube-Kanal „Der Gartencoach“ vermittelt. Hinter dem Gartencoach verbirgt sich der technische Leiter der Botanischen Gärten der Universität Bonn, Markus Radscheit, M.A.. In den Botanischen Gärten gibt es eine Ausstellung mit Beispielen für die unterschiedlichen Blühmischungen, die jedermann im Handel erwerben kann. Abgerundet wird das Projekt durch beispielhafte Wildbienenwohnungen.
 
Noch ein abschließender Rat: Schauen Sie sich die Projekte und Angebote, die unter dem Segel des „Gutes für die Umwelt tun“ fahren, genau an. Ist es ein Geschäftsmodell oder ist es ein Anliegen? Manchmal bemerkt man das Erstere (fast) nicht. Im zweiten Fall investieren Sie!

Dr. Peter Heuschen
Bienensachverständiger beim Imkerverband Rheinland
Mitglied des Vorstandes des GC Römerhof

Literatur für Interessierte:

1. PLOS-Artikel:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809

2. Paul Westrich:
Die Wildbienen Deutschlands, ISBN: 9783818608804

3. Armin Spürgin:
Die Honigbiene – Vom Bienenstaat zur Imkerei, ISBN: 9783818609740
Mai - Schwarmzeit

Was Menschen zur Zeit nicht dürfen, tun Bienen: schwärmen!
 
Bei den Bienen bricht die turbulente Schwarmzeit an. Schwärmen nennt man die natürliche Form der Vermehrung bei Bienen. Diese Zeit erstreckt sich von Ende April/Anfang Mai bis in den späten Juni/frühen Juli. Das Volk teilt sich in zwei - gelegentlich auch mehr - Einheiten auf, indem die „alte“ Königin mit etwa der Hälfte ihres Volkes den Heimatstock verlässt und eine neue Bleibe sucht. Zurück im Stock bleibt das Restvolk mit einer Prinzessin, die bald auf den Hochzeitsflug geht und dann, von Drohnen befruchtet heimgekehrt, die „neue“ Königin wird, Eier legt und so für den Fortbestand des Volkes sorgt.

Also Achtung: Wenn Sie eine Wolke Bienen – es können 20.000 und mehr sein - durch die Luft  brausen hören und sehen, achten Sie darauf, ob Sie erkennen können, wo sich der Schwarm niederlässt. Haben Sie keine Angst: Ein Schwarm ist nicht aggressiv. Meist hängt er sich an einem Ast oder in einer Astgabel, nicht allzu weit und allzu hoch vom alten Stock entfernt, auf. Selten bleibt er dort länger als 24 Stunden, bevor er in eine dauerhafte und geschützte Wohnung ziehen kann, wobei Baumhöhlen, etwa Spechtlöcher, bevorzugt werden.
 
Wenn Sie einen Schwarm sehen, wenden Sie sich bitte an den lokalen oder regionalen Imkerverein. Imker freuen sich in der Regel, wenn sie einen Schwarm einfangen können, weil der ihren Bestand gratis vermehrt und oft am Ende der Saison noch ordentlich Honig für den Verkauf gebracht hat. Deshalb hat der Imker, von dessen Bienen der Schwarm abgegangen ist, per Gesetz (Schwarmrecht) den Erstzugriff, aber nur, wenn er ihn selber verfolgt und so beweist, dass es seine Bienen sind.
 
Den Schwarm zu fangen, ist auch aus Gründen des Tierschutzes sinnvoll, da ein wilder Schwarm heute kaum mehr in der „freien“ Natur ohne die Hilfe des Imkers überleben kann. Das liegt daran, dass seit den späten 70ern allen Bienen ein eingeschleppter Parasit namens „Varroa Destructor“ zu schaffen macht. Diese Milbenart richtet das Volk über Kurz oder Lang - ohne Behandlung durch den Imker - zugrunde. Doch davon in einem anderen Bericht
 
Nächster Bericht zum Welttag der Biene am 20. Mai

Dr. Peter Heuschen
Bienensachverständiger beim Imkerverband Rheinland
Mitglied des Vorstandes des GC Römerhof
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